Stetoskop und ein rotes Herz auf blauem Hintergrund

Blutdruckmessung

Das Messen des Blutdrucks tut nicht weh, ist nicht unangenehm und dauert nicht lange – es lohnt sich also, regelmäßig seine Werte zu überprüfen.

Die Messung beim Arzt erfolgt meist mit Hilfe einer aufblasbaren Manschette am Oberarm. Durch das Aufpumpen der Manschette staut sich zunächst das Blut im Oberarm. Dann wird die Luft wieder abgelassen, wodurch sich der Druck auf die Arterie vermindert. Das Herz presst wieder Blut in das Gefäß. Mit einem Stethoskop werden die Strömungsgeräusche an der Arterie im Ellenbogen abgehört. Das erste hörbare Geräusch wird durch Zusammenziehen des Herzens beim Pumpen erzeugt und gibt den oberen (systolischen) Wert des Blutdrucks an. Wenn das Geräusch verschwindet, weil das Blut wieder ungehindert fließen kann, kann der untere (diastolische) Wert abgelesen werden. Das ist der Druck während der Entspannungsphase des Herzens.1,3

Die Werte werden in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben, eine Maßeinheit zur Angabe des Drucks. Um eine gesicherte Diagnose zu erhalten, sollten mehrere Messungen durchgeführt werden – mindestens drei an zwei verschiedenen Tagen. Denn jede Blutdruckmessung ist nur eine Momentaufnahme und wird von vielen äußeren Faktoren wie Angst, Aufregung, Stress, Belastung oder der Tageszeit beeinflusst.1,3

Die Blutdruck-Langzeitmessung

Um eine sichere Diagnose zu erhalten, kann Ihr Arzt Ihnen zu einer 24-Stunden-Messung mit einem speziellen Gerät raten. Dabei wird Ihr Blutdruck ambulant, also außerhalb der Praxis in der gewohnten Umgebung, über einen Zeitraum von 24 Stunden gemessen. Sie können dabei in gewohnter Weise Ihren Alltagstätigkeiten nachgehen. Anhand der Langzeitmessung kann sich der Arzt ein Bild von Ihrer Blutdrucksituation über den Tag hinweg und in der Nacht machen.

Sie tragen bei diesem Verfahren ein Gerät am Körper, das einen Tag lang immer wieder in relativ kurzen Zeitabständen automatisch Ihren Blutdruck misst und aufzeichnet. Sie erhalten zudem ein Protokoll, in dem Sie alle Ihre Aktivitäten an diesem Tag eintragen sollten.1,3

Anhand der Einzelmessungen erkennt Ihr Arzt, zu welchen Gelegenheiten und Tageszeiten der Blutdruck steigt und ob er in der Nacht absinkt. Die Mittelwerte aus den Tagesmessungen bzw. den Nachtmessungen zeigen, ob der Blutdruck im Normbereich liegt oder erhöht ist.

Blutdruck-Langzeitmessungen sind praktisch komplikationslos und verursachen keine Schmerzen. Sie verspüren lediglich ein Druckgefühl am Oberarm, an das Sie sich jedoch mit der Zeit gewöhnen. Auch die nächtlichen Messungen stören den Schlaf kaum. Die Kosten einer 24-Stundenmessung werden nicht in jedem Fall von der Krankenkasse übernommen. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob sie die Kosten für die Langzeitmessung übernimmt.1,3

Hoher Blutdruck im Sprechzimmer

Ein Phänomen, das bei jedem fünften Patienten auftritt, ist die so genannte Weißkittelhypertonie (white coat hypertension, kurz: WCH): Wenige Minuten nachdem ein Patient die Arztpraxis betreten hat, steigen seine Blutdruckwerte. Das ist bereits dann der Fall, wenn noch gar kein weißer Kittel in Sicht ist. Selbst bei wiederholten Blutdruckmessungen während des Arztbesuchs bleiben die Blutdruckwerte in der Regel erhöht. Die Ursachen für diesen Praxishochdruck sind noch nicht geklärt. Vermutlich sind sie auf die besondere Anspannung des Patienten und gesundheitsbedingte Ängste zurückzuführen.1,3

Besteht der Verdacht, dass Ihre Blutdruckwerte ausschließlich beim Arztbesuch erhöht sind, ist es ratsam, mehrfache häusliche Selbstmessungen vorzunehmen oder vom Arzt eine 24-Stunden-Messung durchführen zu lassen.1,3

Oftmals stellt sich bei einer ambulanten Langzeitmessung heraus, dass die Blutdruckwerte des Patienten eher unauffällig sind. Da sich jedoch aus Praxishochdruck auch eine dauerhafte Hypertonie entwickeln kann, lohnt es sich, beeinflussbare Risikofaktoren für Bluthochdruck wie Rauchen, Übergewicht sowie Bewegungsmangel zu minimieren.1,3

Die Blutdruck-Selbstmessung

Die Selbstmessung ist eine gute Ergänzung zur Messung in der Arztpraxis und bietet Ihnen die Möglichkeit, selbst den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Zur Auswahl stehen Modelle, die am Handgelenk anzulegen sind und Geräte für den Oberarm. Lassen Sie sich auf jeden Fall den richtigen Gebrauch des Gerätes ausführlich erklären, um Messfehler zu vermeiden. Geräte zur Selbstmessung bieten Apotheken oder Sanitätshäuser an, sie sind außerdem über das Internet zu beziehen. Beim Kauf über das Internet erhalten Sie jedoch keine persönliche Beratung.1,3

So messen Sie richtig:1,3

  • im Sitzen nach etwa drei Minuten Ruhe. 
  • Die Manschette muss sich auf Höhe des Herzens befinden.
  • Eine Wiederholungsmessung am selben Arm sollte frühestens nach fünf Minuten erfolgen. 
  • Prüfen Sie einmalig, ob der Blutdruck an beiden Armen gleich hoch ist. 
  • Im Zweifel gilt für die Behandlung immer der höhere Wert. 
  • Wenn Sie Ihren Blutdruck messen wollen, setzen Sie sich bequem hin und beginnen Sie frühestens nach drei Minuten mit der Messung. 
  • Bitte nicht während des Essens oder beim Fernsehen den Blutdruck messen!

 

 


  1. Middeke M., Völker K., Laupert-Deick C. Bluthochdruck senken ohne Medikamente. Trias Verlag, Stuttgart, 2011
  2. Nolte A. Bluthochdruck: Vorbeugen, erkennen, behandeln. Stiftung Warentest, Berlin, 2. Aufl., 2014
  3. Bildquelle: Adobestock - vladimirzuev